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Ich wusste es irgendiwe schon vorher

„Es ist in Ordnung. Ich wusste es irgendwie schon vorher“, sagte sie so oder so ähnlich. „Ich bin anders, ich meine in einem bestimmten Maße sind wir gleich, aber es würde nicht funktionieren, dafür sind wir dann doch zu verschieden.“ Es war das dritte belastende Gespräch gewesen an diesem Abend für ihn. Aber längst nicht so belastend wie die vorher und irgendwie fühlte er sich anschließend auch befreit von einer dritten, schweren Last, denn sie hatte ihm das Gefühl gegeben, dass er sie nicht so verletzte, wie er annahm. Sie konnte ihre Gefühle ordnen, verstecken, wenn das Not tat. Diese Situation kommt ihm jetzt so bekannt vor, weil sie schon einmal so fühlte und er doch anders. Zum Schluss konnten sie sogar lachen. Aber immer erlaubten es die Umstände nicht, dass die Geschichte weiter geht. Sie waren zu dem Schluss gekommen, dass es gut so sei, für beide. „Ich wusste es irgendwie schon vorher.“, das wollte ihm nicht aus dem Kopf gehen. Sie können sich gut unterhalten, verstehen sich. Sie half ihm in jener Nacht, als er sich gewünscht hatte einzuschlafen, ohne Rückkehr in die Realität. Sie bewirkte das. Ein Grund war auch, dass er sich sicher zu sein schien, dass er viel kaputt gemacht hatte, aber bei ihr hatte er genau dieses Gefühl nicht. „Genieß es doch endlich und mach dir keinen Kopf. Sie ist selber verantwortlich für das, was sie sagt. Den Rest geht sie allein.“, sagte sie. Ist es gerade das? Hatte sie das große Überwindung gekostet? Oder bildet er sich das nur ein? Alles was der Mensch braucht, ist ein bisschen Ehrlichkeit. Nun hat er das Gefühl, dass allein der Anblick zweier Menschen ihr einen- wenn auch nur  kleinen Pfahl- ins Herz treibt. Er bildet sich das vielleicht auch nur ein, aber auch nur die Einbildung ängstigt ihn und macht ihm Kummer. Ist sie doch verletzter, als sie zugibt? Zeigt sich hier wieder einer ihrer Wesenszüge? Verdrängung, nein, besser, Verhüllung der eigenen Gefühlslage? Was war das, was sie so schockte? Was war das, was sie allesamt so in Schock versetzte? Oder sind all die Gedanken überflüssig, nichtig? „Ich hab dich im Gefühl“, muss er sich dabei denken. Und er weiß nicht recht, wie er die Lage einschätzen soll.  Denn irgendwie hat er die halbe Tragödie ebenfalls vorher schon im Gefühl gehabt. So kann auch er jetzt sagen: „Ich wusste es irgendwie schon vorher“

22.6.10 23:45

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