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"Wer" heißt das Fragewort

„Ich bin es selber“, bemerkte er und fühlte sich irgendwie schlecht. Hatte sie mehr erwartet? Oder gehörte das zu dieser komischen, irren, verrückten Stimmung, die durch Worte nur lächerlich ungenau beschrieben werden kann? Der Nachmittag hatte so schön angefangen. Und sie war es, die so unglaublich gut tat, mal wieder, wie so oft. Alles drum herum nur Spielerei, weil sie einfach nur Nähe wollten und sie genießen konnten. Aber er war zu zaghaft und es war einfach zu kalt. Was war kalt? Das Gespräch zuvor, mit der, die er dachte so verletzt zu haben? Nein, nicht kalt, eben geprägt von dieser unbeschreiblichen Stimmung, die nicht mal durch Gestik auszudrücken werden  vermochte. Wie werden sie reagieren, wie werden sie uns anstarren- du rutschst  ab- ja, ich rutsche ab, ich weiß- aber das sind die derzeitigen Sorgen, von denen geplagt ich nicht mehr klar denken kann und ich mich fragend in Gedanken an sie wende, ob es ihr auch so ergeht. „Was erwarte ich denn? Bin ich eigentlich total verrückt geworden?“, fragt er sich dann und nach einem eigentlich so schönen Tag hatte er wieder diese fiesen Gedanken. War sie sich der Verantwortung bewusst, die er ihr auferlegte? Wusste sie von all dem? Woher auch. Ist denn das wichtig? Wer findet es wichtig? Ist nicht immer das WER bestimmend? Und ist das gut so? „Du bekommst so viel nicht mit“, sagt sie und er weiß, wie Recht  sie hat und sie damit nicht, was sie gesagt hatte. Und während er sitzt und schreibt, was denkt sie da? Was denkt sie- nein, WER war doch das Fragewort. Und so gewinnt doch alles an unfreiwilliger Komik, die nicht auszuhalten ist und dennoch ist das alles wie in einem Theaterstück, das ihnen wie die reinste Improvisation vorkommt, wo es doch jemanden gibt, der alles haarklein in seinem Regiebuch aufgelistet hat, uns aber nie einen Blick hinein werfen lässt. Vielleicht sind wir auch blind dafür. Vielleicht ist das auch gut so, aber eben nur vielleicht. Und keiner weiß warum, aber das waren die Feststellungen, die sie getroffen hatten. So hatten sie es festgelegt, oder nur er für sich, egal - es lässt sich anwenden, findet er. Und trotzdem wird es Kritik finden.

Er schreibt diese Texte, weil es ihm gut dabei geht. Macht er sich zu viele Gedanken? Sicher zu viele für sein Alter. „Es kann nicht so weitergehen“, denkt er. Es kann nicht nur Liebe auf dem Papier bleiben, davon gibt es schon genug auf der Welt, findet er. Alles zu undurchsichtig. Sicher auch ein Aspekt, aber kein Grund. Und gut so. Die Zukunft macht ihm Angst. „Du lebst jetzt“, sagt sein geschätzter Ratgeber. Er fühlt sich so unendlich verbunden und doch so distanziert. Vielleicht ist es das, was ihn stört, denn er fragt sich: „Kann ich sie je ganz für mich gewinnen?“ – Nein, „Wer“ war das Fragewort.

22.6.10 23:39

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